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Erneute Förderung von Projektwochen im Gläsernen Labor

Foto: Gläsernes Labor
2026
Wie werden die Ursachen von Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter erforscht? Was ist nötig, um innovative Therapien und Präventionsstrategien zu finden? Im Gläsernen Labor können Jugendliche selbst in die Rolle von Forschenden schlüpfen, dazu experimentieren und ein Forschungslabor auf dem biomedizinischen Campus Berlin-Buch besuchen.
Nach einem erfolgreichen Auftakt im Jahr 2025 fördert das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) erneut zwei Projektwochen zu den Themen „Seltene Erkrankungen“ und „Immunsystem“. Für die Teilnehmenden fällt dadurch nur eine geringe Gebühr an. Geeignet sind die Projektwochen für Schüler:innen ab der 9. Klasse.
Das DZKJ ist eines der acht Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung und wird vom Bildungsministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Das DZKJ setzt sich für die interdisziplinäre Erforschung von Ursachen häufiger und seltener Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter ein und fördert die Entwicklung innovativer Therapien und Präventionsstrategien. In Berlin sind die Charité – Universitätsmedizin, das Max Delbrück Center und das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum beteiligt. Eines der Anliegen des DZKJ ist es, Kinder und Jugendliche aktiv in die Forschung einzubeziehen, ihnen zu zeigen, wie wichtig sie ist und was die Forschenden antreibt.
Projektwoche „Seltene Erkrankungen“
Die Jugendlichen erarbeiten während der Projektwoche zu seltenen Erkrankungen, wie genetische Erkrankungen im Labor untersucht und diagnostiziert werden. Im molekularbiologischen Schülerlabor vertiefen sie ihr Wissen über die DNA und ihre Funktion als Informationsspeicher, gewinnen DNA aus Mundschleimhaut. Nach einer Einführung in die Methode der Polymerase-Kettenreaktion (englisch polymerase chain reaction, PCR) nehmen sie eigenständig unterschiedliche PCR-Analysen vor. Dabei lernen sie, wie sich Mutationen und damit mögliche Erbkrankheiten nachweisen lassen. Anhand einer fiktiven Familie wird die Vererbung einer genetischen Erkrankung entschlüsselt. Spannend wird auch das Experiment zur Sensitivität der PCR, das untersucht, wie stark eine DNA-Probe verdünnt werden kann, um noch zuverlässige Ergebnisse zu liefern.
Projektwoche „Immunsystem“
In dieser Projektwoche lernen die Jugendlichen Erkrankungen kennen, die durch Viren, Bakterien, Parasiten oder Allergene ausgelöst werden. Im Mittelpunkt steht, wie in diesem Fall das Immunsystem arbeitet, welche Funktion Antikörper haben und warum es bei Allergien zu Überreaktionen kommt. Im Labor werden die Zellen des Immunsystems aus einer winzigen Blutprobe unter dem Mikroskop betrachtet. Die Schüler:innen lernen immunologische Nachweisverfahren kennen, die auf Antigen-Antikörper-Wechselwirkungen beruhen. So wird beispielsweise an einem Allergie-Schnelltest das Prinzip des Lateral-Flow-Tests erklärt, und die Schülerinnen und Schüler können untersuchen, ob sie für Allergien typische IgE-Antikörper im Blut haben. An einem weiteren Versuchstag bestimmen die Jugendlichen ihren Titer gegen Tetanus, indem sie mit einem Tropfen Blut einen ELISA-Test (englisch enzyme-linked immunosorbent assay) durchführen. In einer abschließenden Reflexion diskutieren die Teilnehmenden, wie man das Immunsystem stärken kann und wie bedeutsam die Forschung in diesem Bereich ist.
Einige Arbeitsgruppen des Max Delbrück Centers sind an Forschungsprojekten des DZKJ beteiligt. Daher treffen sich die Gruppen aus den Projektwochen mit einer Forschenden, um Einblick in ihre Arbeit in diesen Projekten zu bekommen und besuchen ein Forschungslabor auf dem Campus.
Am Ende beider Projektwochen, die parallel in zwei Laboren durchgeführt werden, findet ein kleines Symposium statt, in dessen Rahmen die Schüler:innen ihre Poster mit ihren Ergebnissen der jeweils anderen Gruppe präsentieren. Geplant ist, dazu Forschende einzuladen, die ihre letzten Poster vorstellen und aus ihrem Forschungsalltag berichten.
Informationen zu Projektwochen im Gläsernen Labor